Über meine Arbeit



Meine künstlerische Praxis ist in der Malerei verankert; die Fotografie bildet eine eng damit verbundene Erweiterung meiner Arbeit. In beiden Medien setze ich mich mit Raum und Erscheinung nicht als darzustellendem Motiv auseinander, sondern als Erfahrungs- und Wahrnehmungsfeld.
Natur ist für mich eine fortwährende Inspirationsquelle – fragil, instabil und im ständigen Wandel. Zugleich interessieren mich urbane und kosmische Kontexte als Orte verdichteter Wahrnehmung. Meine Arbeiten zielen nicht darauf ab, das Sichtbare abzubilden. Vielmehr übersetzen sie innere Eindrücke, die aus der unmittelbaren Begegnung mit unterschiedlichen räumlichen Situationen entstehen.

Mich interessieren Übergangszustände: Momente, in denen Formen sich auflösen, Nähe in Distanz übergeht und Eindeutigkeit einer offenen Wahrnehmung weicht.

In meinen fotografischen Arbeiten übertrage ich malerische Denk- und Arbeitsweisen in das Medium der Fotografie. Durch Überlagerungen, Reduktionen und bewusste Unschärfen entstehen Bildräume, die zwischen materieller Präsenz und Auflösung oszillieren. Natur, Stadt und Himmelskörper erscheinen nicht als festgeschriebene Motive, sondern als flüchtige visuelle Zustände.

Meine Arbeit versucht nicht, Welt festzuhalten oder zu besitzen. Sie eröffnet vielmehr Räume der Betrachtung, die zu Verlangsamung, konzentrierter Wahrnehmung und einem offenen, kontemplativen Sehen einladen.

Karina Wisniewska